{"id":4125,"date":"2025-10-18T19:41:09","date_gmt":"2025-10-18T17:41:09","guid":{"rendered":"https:\/\/wettstein.ws\/?page_id=4125"},"modified":"2025-10-18T21:02:36","modified_gmt":"2025-10-18T19:02:36","slug":"werkschau-neues-deutsches-mobeldesign-der-80er-jahre-im-transform-117","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wettstein.ws\/de\/werkschau-neues-deutsches-mobeldesign-der-80er-jahre-im-transform-117\/","title":{"rendered":"Werkschau \u00bbNeues deutsches M\u00f6beldesign der 80er Jahre\u00ab im transform 117"},"content":{"rendered":"<p>Ausstellungen &amp; Kunstprojekte<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Retro mit Hochspannung<\/h1>\n\n\n\n<p>Von: <a href=\"https:\/\/a3kultur.de\/internerkulturautor\/martina-vodermayer\">Martina Vodermayer<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>a3kultur-Redaktion <a href=\"https:\/\/a3kultur.de\/positionen\/retro-hochspannung\">https:\/\/a3kultur.de\/positionen\/retro-hochspannung<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Ochsensessel, ein Arschkriechertisch und weitere Design-Dekadenzen machen Station in Augsburg \u2013 ein Wochenende lang. Im fr\u00fcheren Trafohaus der Hutfabrik Lembert zelebriert der Metallbildhauer Gerold Sauter viel debattierte Grenzen zwischen Drinnen und Drau\u00dfen, Alltags- und Kunstobjekt. Gemeinsam mit vier renommierten Gleichgesinnten l\u00e4sst er das wilde Berlin vor der Wende aufleben \u2013 vereint in der Rebellion gegen den biederen Mainstream, zuweilen auch die Mail\u00e4nder M\u00f6belmesse aufmischend.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfz\u00fcgig im kargen Raum platziert, verstr\u00f6men \u00bbcoole\u00ab Exponate W\u00e4rme \u2013 umgeben von sp\u00fcrbaren Spannungsfeldern. Erstmals in den 1980ern, betont Sauter, stie\u00dfen unverkleidete Baustoffe wie Beton und Armierungsstahl ins Wohnzimmer vor. Allemal salontauglich erscheinen rostige Bewehrungsst\u00e4be in den weich gebogenen, zart bespannten Skulpturen \u00bbMr. Herz\u00ab und \u00bbEcho\u00ab des Schweizers Robert Wettstein.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Berliner Kollege \u00bbStiletto\u00ab Frank Schreiner hingegen liebt sichtlich die Provokation \u2013 nicht nur in seinem Glastisch mit Stahlfu\u00df aus obsz\u00f6n verschr\u00e4nkten Figuren oder dem ikonischen Einkaufswagenthron. Neckisch ringeln sich die St\u00e4nder seiner Gothic-behauchten Kelchgl\u00e4ser, die ihren organischen Gegenpart in der Leuchtinstallation \u00bbBirds\u00ab von Heike M\u00fchlhaus finden: Die ebenfalls in der Landeshauptstadt lebende Produktdesignerin verleiht einem banalen Bretterverschlag Fl\u00fcgel.<\/p>\n\n\n\n<p>Tr\u00e4umerische Leichtigkeit evoziert Heinz H. Landes\u2019 fu\u00dfsignierter Stahlbeton-Freischwinger \u00bbSOLID\u00ab so wenig, wie er anheimelnd wirkt. Mit Erlaubnis seines stolzen Besitzers Gerold Sauter sollte man daher probefl\u00e4zen \u2013 und selbst sp\u00fcren, wie sich Design als Schein erweist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kurator und scheidende Hausherr pr\u00e4sentiert einen Auszug seines Fr\u00fchwerks: Zwei halbrunde, stoisch anmutende Rinderh\u00e4lften aus gerostetem Stahl mit Ledersitz entstanden in ehrlicher Brennschneidearbeit \u2013 ablesbar an Details wie rau belassenen Kanten. Sauter produzierte die Objekte seinerzeit als Miniserie. Nach Aufgabe seiner am Gel\u00e4nde ans\u00e4ssigen Stahlbaufirma plant er nun, sich ganz der Konzeption von Kunstl\u00f6sungen zu widmen. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass die \u00bbabgr\u00fcndigen\u00ab 80er sein Schaffen weiter pr\u00e4gen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dauer der Ausstellung:<\/strong> 17. bis 19. Oktober 2025<br><strong>Er\u00f6ffnung:<\/strong> 17. Oktober um 18 Uhr<br><strong>\u00d6ffnungszeiten:<\/strong> t\u00e4glich 14\u201319 Uhr<br>Frischstra\u00dfe 8, 86161 Augsburg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausstellungen &amp; Kunstprojekte Retro mit Hochspannung Von: Martina Vodermayer a3kultur-Redaktion https:\/\/a3kultur.de\/positionen\/retro-hochspannung Zwei Ochsensessel, ein Arschkriechertisch und weitere Design-Dekadenzen machen Station in Augsburg \u2013 ein Wochenende lang. Im fr\u00fcheren Trafohaus der Hutfabrik Lembert zelebriert der Metallbildhauer Gerold Sauter viel debattierte Grenzen zwischen Drinnen und Drau\u00dfen, Alltags- und Kunstobjekt. 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